Grundsicherungsgeld (Bürgergeld): Welche Leistungen das Jobcenter zahlt
Das Jobcenter zahlt Grundsicherungsgeld — bis zum 30. Juni 2026 hieß die Leistung Bürgergeld. Dazu gehören der Regelbedarf von 563 Euro für Alleinstehende, die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe und einmalige Leistungen sowie Darlehen und Vorschüsse (§§ 19 bis 24 SGB II). Dieser Ratgeber ordnet die acht Leistungsarten und führt zu der Seite, die Ihre Frage im Detail beantwortet.
Die acht Leistungsarten des Jobcenters
Das Grundsicherungsgeld ist keine einzelne Zahlung, sondern ein Bündel aus acht Leistungsarten. Jede hat ihre eigene Rechtsgrundlage, ihre eigene Höhe und ihren eigenen Antragsweg.
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Der Regelbedarf deckt Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat und Haushaltsstrom. Für 2026 wurde er nicht erhöht: Die Anpassungsformel ergab 557 Euro, der Besitzschutz hält ihn bei 563 Euro. Miete und Heizung kommen getrennt hinzu.
Was angemessen ist, legt jede Kommune in eigenen Richtwerten nach Personenzahl fest; eine bundesweite Tabelle gibt es nicht. In den ersten zwölf Monaten gilt die Karenzzeit, seit der Reform gedeckelt auf das Eineinhalbfache der angemessenen Kosten. Die Einzelheiten erklärt der Ratgeber zur Jobcenter-Miete.
Anerkannt werden Schwangerschaft ab der 13. Woche mit 17 Prozent, Alleinerziehung mit 36 Prozent oder 12 Prozent je Kind, Behinderung bei Teilhabeleistungen mit 35 Prozent und medizinisch notwendige Ernährung in angemessener Höhe. Sie werden nebeneinander gezahlt.
Diese drei Bedarfe sind Zuschüsse, kein Darlehen, und sie stehen auch Menschen zu, die sonst kein Grundsicherungsgeld beziehen, wenn ihr Einkommen dafür nicht reicht. Ersatzbeschaffung für ein kaputtes Gerät gehört dagegen zum Darlehen.
Das Darlehen wird durch Aufrechnung getilgt: monatlich 5 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, bei 563 Euro also 28,15 Euro. Seit dem 1. Juli 2023 ist dieser Satz fest, eine abweichende Aufrechnung ist unzulässig.
Steht der Anspruch dem Grunde nach fest und dauert nur die Berechnung, gibt es Geld im Voraus. Im SGB II geht dabei die vorläufige Entscheidung nach § 41a dem Vorschuss nach § 42 SGB I vor — beantragen Sie im Zweifel beides in einem Schreiben.
Über das Vermittlungsbudget zahlt das Jobcenter, was die Aufnahme einer Arbeit konkret möglich macht: Bewerbungskosten, Fahrten zum Vorstellungsgespräch, Arbeitskleidung und in engen Grenzen auch den Führerschein. Es ist eine Ermessensleistung.
Wer Grundsicherungsgeld bezieht, bleibt in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert; die Beiträge trägt das Jobcenter. Rentenversicherungsbeiträge zahlt es seit 2011 nicht mehr — die Zeit gilt nur noch als Anrechnungszeit.
Regelbedarf 2026: die sechs Stufen
Welche Stufe gilt, hängt vom Alter und von der Rolle in der Bedarfsgemeinschaft ab. Die Beträge blieben zum 1. Januar 2026 unverändert.
| Regelbedarfsstufe | Betrag 2026 | Für wen |
|---|---|---|
| Stufe 1 | 563 € | Alleinstehende und Alleinerziehende mit eigenem Haushalt |
| Stufe 2 | 506 € | Volljährige Partner in einer Bedarfsgemeinschaft, je Person |
| Stufe 3 | 451 € | 18- bis 24-Jährige ohne eigenen Haushalt |
| Stufe 4 | 471 € | Jugendliche von 14 bis 17 Jahren |
| Stufe 5 | 390 € | Kinder von 6 bis 13 Jahren |
| Stufe 6 | 357 € | Kinder von 0 bis 5 Jahren |
Miete, Heizung und Mehrbedarfe kommen zusätzlich hinzu. Kinder und Jugendliche der Stufen 3 bis 6 erhalten zusätzlich den Sofortzuschlag von 25 Euro monatlich (§ 72 SGB II). Quelle: Bundesregierung, Regelbedarfe 2026.
Was das Jobcenter in besonderen Lagen zahlt
Vier Situationen, in denen neben dem Regelbedarf weitere Leistungen in Betracht kommen — und die Norm, auf die Sie sich berufen.
Die Wohnung wird zu teuer oder zu klein
Bei einem erforderlichen Umzug übernimmt das Jobcenter mehr als nur die neue Miete — aber nur mit vorheriger Zusicherung.
- → Zusicherung vor Abschluss des neuen Mietvertrags einholen (§ 22 Abs. 6 SGB II)
- → Umzugskosten, Transporter und Helfer können übernommen werden
- → Die Kaution gibt es als zinsloses Darlehen, bis zu drei Nettokaltmieten
- → Doppelmiete im Übergangsmonat ist übernahmefähig, wenn sie unvermeidbar war
Der Kühlschrank ist kaputt, das Geld ist knapp
Für unabweisbare Bedarfe, die der Regelbedarf nicht deckt, gibt es ein Darlehen — für die Erstausstattung dagegen einen Zuschuss.
- → Erstausstattung beim Einzug: Zuschuss nach § 24 Abs. 3 SGB II
- → Ersatz eines defekten Geräts: Darlehen nach § 24 Abs. 1 SGB II
- → Tilgung durch Aufrechnung: 5 Prozent des Regelbedarfs, also 28,15 € im Monat
- → Auch bei mehreren Darlehen bleibt die Aufrechnung bei insgesamt 5 Prozent
Der Bedarf ist dauerhaft höher als der Regelsatz
Mehrbedarfe nach § 21 SGB II werden monatlich zusätzlich gezahlt und lassen sich kombinieren.
- → Schwangerschaft ab der 13. Woche: 17 Prozent, bei Stufe 1 also 95,71 €
- → Alleinerziehend mit einem Kind unter 7 Jahren: 36 Prozent, also 202,68 €
- → Behinderung mit Teilhabeleistungen: 35 Prozent, also 197,05 €
- → Medizinisch notwendige Ernährung: in angemessener Höhe, mit ärztlicher Bescheinigung
Eine Stelle ist in Sicht, aber die Anfahrt fehlt
Über das Vermittlungsbudget zahlt das Jobcenter, was die Aufnahme der Arbeit konkret ermöglicht.
- → Bewerbungskosten, Fahrtkosten und Arbeitskleidung nach § 16 SGB II
- → Ein Führerschein ist möglich, wenn die Stelle ihn zwingend voraussetzt
- → Immer vorher beantragen — nachträglich wird nichts erstattet
- → Es ist eine Ermessensleistung: Die Ablehnung muss begründet werden
Ratgeber zu den einzelnen Leistungen
Zu jeder Leistungsart gibt es eine Seite, die Voraussetzungen, Höhe und Ablauf im Detail erklärt — und die passende Vorlage für den Antrag.
Wie viel Miete das Jobcenter zahlt
Angemessene Bruttokaltmiete nach Personenzahl, Karenzzeit und was bei einer Kostensenkungsaufforderung zu tun ist.
Zum RatgeberMehrbedarf: Arten und Höhe
17 Prozent bei Schwangerschaft, 36 Prozent für Alleinerziehende, 35 Prozent bei Behinderung — mit Beträgen für 2026.
Zum RatgeberDarlehen vom Jobcenter
Wann ein Bedarf unabweisbar ist, wie die Tilgung von 5 Prozent läuft und wofür es stattdessen einen Zuschuss gibt.
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