Rechtssicher nach BGB & Tarifrecht

Formloser Antrag: Gehaltserhöhung — Lohnerhöhung & Gehaltsanpassung

Eine Gehaltserhöhung ist kein Gnadenakt — sie ist Ergebnis einer Verhandlung. Der richtige Antrag mit konkreten Argumenten und Rechtsgrundlagen erhöht die Chancen erheblich.

BGB & Tarifrecht · Entgeltrecht

Gehaltserhöhung: Wann gibt es einen Anspruch?

Auf eine Gehaltserhöhung besteht in der Regel kein unmittelbarer Rechtsanspruch — außer bei tarifvertraglichen Stufenerhöhungen und dem Gleichbehandlungsgebot.

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Tarifliche Stufenerhöhungen (TVöD, TV-L, Metalltarif) — automatisch wirksam ohne Antrag— Tariflicher Anspruch

Arbeitnehmer im Geltungsbereich eines Tarifvertrags haben Rechtsanspruch auf tarifliche Stufenerhöhungen

Gleichbehandlungsgebot — gleiche Arbeit muss gleich vergütet werden— Diskriminierungsverbot

§ 3 AGG, § 4 TzBfG: Unterschiedliche Vergütung bei gleicher Tätigkeit ist nur bei sachlichem Grund zulässig

Marktgehalt-Argument: Gehaltsatlas, Stepstone, Bundesagentur als Belege nutzen— Marktvergleich

Keine Rechtspflicht, aber starkes Verhandlungsargument — Arbeitgeber wollen Fluktuation vermeiden

Inflationsausgleich: Reallohnverlust durch Inflation ist anerkanntes Gehaltserhöhungs-Argument— Kaufkraftverlust

VPI-Entwicklung als Argument einbringen — insbesondere nach mehrjähriger Gehaltsstagnation

Anspruch vs. Ermessen

Gehaltserhöhung: Wann Recht, wann Verhandlung?

Nur bestimmte Grundlagen geben einen echten Rechtsanspruch — alles andere ist Verhandlungssache.

GrundlageRechtsanspruch?Verfahren
Tarifliche Stufenerhöhung (TVöD/TV-L)JaAutomatisch — kein Antrag nötig
Gleichbehandlungsgebot (§ 4 TzBfG, AGG)Ja (bei Verstoß)Schriftlicher Antrag + Klage ArbG
Betriebsvereinbarung / GehaltsschemaJa (kollektivrechtlich)Antrag an Betriebsrat + Arbeitgeber
Marktgerechtes Gehalt / LeistungNeinVerhandlungsgespräch + schriftlicher Antrag
Inflationsausgleich / ReallohnverlustNeinVerhandlung — politisches Argument
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Antrag-Generator — PDF & Word

1

Pflichtfelder

Arbeitnehmer/in

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Pflichtfelder

Arbeitgeber

3

Pflichtfelder

Ich beantrage eine Anpassung meines Grundgehalts

4

Optional

Begründungsvorlage

5

Optional

Eigene Begründung

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Typische Situationen

Gehaltserhöhung in der Praxis

Diese Konstellationen zeigen, wie der Antrag am wirkungsvollsten gestellt wird.

Markt

3 Jahre kein Gehaltsanstieg — Marktvergleich zeigt 20% Lücke

Arbeitnehmer hat seit 3 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten. Gehaltsatlas zeigt Marktgehalt 20% über aktueller Vergütung.

  • Schriftlichen Antrag mit Marktgehalt-Nachweis (Stepstone, Gehalt.de, Bundesagentur) einreichen
  • Leistungsnachweise der letzten Jahre beifügen (Zielvereinbarungen, Lob-Mails, Projekte)
  • Konkreten Zielgehalt nennen — kein 'Ich hätte gerne mehr', sondern '4.200 € brutto'
  • Bitte um Gespräch im nächsten Satz — schriftlicher Antrag öffnet die Tür
Aufgaben

Aufgabenerweiterung ohne Gehaltsanpassung

Arbeitnehmer hat zusätzliche Teamleitungsaufgaben übernommen — ohne Gehaltsanpassung. Titewl wurde intern nicht geändert.

  • Antrag auf Gehaltsanpassung wegen erweiterter Aufgaben — konkrete Tätigkeiten aufzählen
  • Vor-und-nach-Vergleich der Aufgaben schriftlich darlegen
  • Bei Leitungsaufgaben ohne Zulage: Gleichbehandlungsgebot prüfen (Vergleich mit anderen Teamleitern)
  • Betriebsrat einschalten, wenn intern Kollegen für gleiche Funktion mehr erhalten
Tarif

Tarifstufenerhöhung wurde nicht automatisch angepasst

Arbeitnehmer hat Anspruch auf TVöD-Stufe 5 — Gehalt wurde seit 2 Jahren nicht angepasst.

  • Schriftlichen Antrag auf rückwirkende Zahlung der tariflich geschuldeten Stufenerhöhung
  • Tarifvertrag und eigene Einstufungs-Mitteilung beilegen
  • Rückforderung verjährt nach 3 Jahren (§ 195 BGB) — nicht zu lange warten
  • Betriebsrat informieren — er hat Überwachungspflicht bei Tarifeinhaltung
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Rund um Gehaltserhöhung und Entgeltrecht

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