Formloser Antrag: Krankengeldzuschuss vom Arbeitgeber
Nach sechs Wochen Entgeltfortzahlung zahlt die Krankenkasse Krankengeld — 2026 höchstens 135,63 Euro am Tag. Den Rest bis zum bisherigen Nettoentgelt stockt der Arbeitgeber auf, sofern ein Tarifvertrag oder der Arbeitsvertrag das vorsieht. Im öffentlichen Dienst läuft der Zuschuss bis zur 13. oder 39. Woche (§ 22 TVöD).
Antrag auf Krankengeldzuschuss als leere PDF-Vorlage
Das Muster führt den Fall Tarifvertraglicher Anspruch auf Zuschuss aus und nennt die Rechtsgrundlage bereits im Text. Ausfüllen, unterschreiben, absenden.
- Die Rechtsgrundlagen stehen im Dokument: § 22 TVöD / TV-L — Krankengeldzuschuss · § 3 EFZG — Entgeltfortzahlung
- Leere Felder für Ihre Angaben — ausdrucken und handschriftlich ausfüllen oder am Bildschirm bearbeiten
- 3 weitere Anlässe stehen im Generator auf dieser Seite
Krankengeldzuschuss: System und Ansprüche
Den Krankengeldzuschuss zahlt der Arbeitgeber, nicht die Krankenkasse. Er beruht auf einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag — einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht.
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Keine GKV-Zahlung in dieser Phase — der Arbeitgeber trägt die Last
Gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze: 2026 sind das 5.812,50 € im Monat, also höchstens 135,63 € Krankengeld am Tag. Gezahlt wird es für längstens 78 Wochen je Erkrankung
Die Dauer hängt an der Beschäftigungszeit: mehr als ein Jahr bis zum Ende der 13. Woche, mehr als drei Jahre bis zum Ende der 39. Woche seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Bis zu einem Jahr Beschäftigungszeit gibt es keinen Zuschuss
Kasse stellt Bescheinigung über Höhe und Beginn des Krankengeldes aus — kostenlos
Der Zuschuss ist lohnsteuerpflichtig. Beitragsfrei bleibt er, soweit er zusammen mit dem Krankengeld das Nettoarbeitsentgelt um nicht mehr als 50 € im Monat übersteigt. Ohne Tarifvertrag oder Vertragsklausel besteht gar kein Anspruch
Wie lange der Zuschuss läuft: Beschäftigungszeit und Tarifvertrag
Im öffentlichen Dienst hängt die Dauer allein an der Beschäftigungszeit. Andere Tarifbereiche regeln eigene Fristen — maßgeblich ist immer der Tarifvertrag, der für Ihren Betrieb gilt.
| Tarifvertrag | Zuschussdauer | Aufstockungsziel |
|---|---|---|
| TVöD — Beschäftigungszeit bis 1 Jahr | Kein Zuschuss | Nur Krankengeld der Kasse |
| TVöD — mehr als 1 Jahr | Bis zum Ende der 13. Woche | Differenz bis zum Nettoentgelt |
| TVöD — mehr als 3 Jahre | Bis zum Ende der 39. Woche | Differenz bis zum Nettoentgelt |
| TV-L (Länder) | 13 bzw. 39 Wochen — wie im TVöD | Differenz bis zum Nettoentgelt |
| AVR Caritas / Diakonie | Eigene Fristen je Fassung | Aufstockung auf das Nettoentgelt |
| Kein Tarifvertrag | Nur wenn im Arbeitsvertrag geregelt | Vertraglich vereinbarter Betrag |
Antrag auf Krankengeldzuschuss
Krankengeldzuschuss in der Praxis
Diese Konstellationen treten häufig auf und erfordern einen formlosen Antrag beim Arbeitgeber.
TVöD-Beschäftigter erhält nach 8 Wochen keinen Zuschuss
Krankenpfleger ist seit 10 Wochen krank. Ab Woche 7 zahlt die Kasse Krankengeld — der Arbeitgeber hat keinen Zuschuss überwiesen.
- → Formlosen Antrag an die Personalstelle mit Verweis auf § 22 TVöD stellen
- → Krankengeld-Bescheinigung der Kasse als Anlage beifügen
- → Die 39. Woche gilt erst ab mehr als drei Jahren Beschäftigungszeit — sonst endet der Zuschuss mit der 13. Woche
- → Bei Verweigerung: Betriebsrat einschalten, ggf. Arbeitsgericht
Krankengeld-Betrag niedriger als erwartet
Versicherter mit 3.800 € brutto erwartet 70 % = 2.660 €, erhält aber nur 2.200 € Krankengeld.
- → Krankengeld basiert auf dem Regelentgelt (Brutto/Monat der letzten 12 Monate)
- → Gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze — 2026 höchstens 135,63 € am Tag; Gutverdiener spüren die Lücke am stärksten
- → Schriftliche Berechnung von der Kasse anfordern — bei Fehler: Widerspruch
- → Der tarifliche Zuschuss füllt die Differenz zum Netto auf
Zuschuss im Arbeitsvertrag geregelt — Arbeitgeber zahlt nicht
Arbeitsvertrag: 'Gehalt wird bis zu 3 Monate auf 80 % des Nettolohns aufgestockt.' Arbeitgeber zahlt nur Krankengeld.
- → Vertragsklausel ist bindend — formlosen Antrag mit Vertragsauszug stellen
- → Krankengeld-Bescheinigung beilegen als Berechnungsgrundlage
- → Bei Verweigerung: Anwalt für Arbeitsrecht oder Arbeitsgericht
- → Ausschlussfristen beachten: im TVöD sechs Monate ab Fälligkeit (§ 37), in Arbeitsverträgen oft drei Monate
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