Formloser Antrag: Eigenbedarfskündigung — Widerspruch einlegen
Eine Eigenbedarfskündigung kann nur unter engen Voraussetzungen ausgesprochen werden. Mit dem richtigen Widerspruch können Sie die Kündigung anfechten oder zumindest mehr Zeit gewinnen. Wir liefern die Vorlage.
Antrag auf Eigenbedarfskündigung als leere PDF-Vorlage
Das Muster führt den Fall Widerspruch wegen Härtegrund Alter oder Krankheit aus und nennt die Rechtsgrundlage bereits im Text. Ausfüllen, unterschreiben, absenden.
- Die Rechtsgrundlagen stehen im Dokument: BGB § 573 · BGB § 574
- Leere Felder für Ihre Angaben — ausdrucken und handschriftlich ausfüllen oder am Bildschirm bearbeiten
- 3 weitere Anlässe stehen im Generator auf dieser Seite
Eigenbedarfskündigung: Wann ist sie zulässig?
Der Vermieter kann wegen Eigenbedarfs kündigen — aber nur unter engen Voraussetzungen. Der Mieter hat das Recht auf Widerspruch mit Härtegründen nach der Sozialklausel.
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Berechtigt sind: Vermieter selbst, Ehegatte, eingetragener Lebenspartner, Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister — nicht: Bekannte, Freunde, entfernte Verwandte. Eigenbedarf muss konkret und nachvollziehbar sein
Nur allgemeine Angaben ('für Familienangehörigen') reichen nicht — Name und konkreter Grund müssen genannt werden. Bei Fehlen dieser Angaben: Kündigung ist formal unwirksam. Prüfen Sie das Schreiben genau
§ 574b BGB: Widerspruch muss dem Vermieter spätestens 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist zugehen. Verspäteter Widerspruch ist unwirksam — sofort nach Zugang der Kündigung reagieren
§ 574 BGB: Mieter kann Widerspruch einlegen, wenn Beendigung für ihn eine unzumutbare Härte darstellt. Interessenabwägung: Bedarf des Vermieters vs. Härte des Mieters. Gerichte urteilen einzelfallbezogen
Härtegründe im Widerspruch gegen Eigenbedarfskündigung
Folgende Härtegründe werden von Gerichten anerkannt — je mehr zutreffen, desto stärker der Widerspruch.
| Härtegrund | Anerkennung | Nachweis |
|---|---|---|
| Hohes Alter (über 70) | Sehr stark | Geburtsurkunde, Arztbescheinigung |
| Schwere Erkrankung / Pflegebedürftigkeit | Sehr stark | Ärztliches Attest, Pflegegutachten |
| Kein Ersatzwohnraum verfügbar | Stark | Wohnungssuche dokumentieren |
| Kinder in laufender Schulzeit | Mittel | Schulbescheinigung, Schuljahr |
| Lange Mietdauer (über 10 Jahre) | Mittel | Mietvertrag |
| Vorgetäuschter Eigenbedarf | Kündigung unwirksam | Werbeanzeigen, Makler-Kontakt |
Antrag auf Eigenbedarfskündigung
Eigenbedarfskündigung in der Praxis
Diese Fälle zeigen, wie der Widerspruch gegen eine Eigenbedarfskündigung erfolgreich eingelegt wird.
Rentnerin (78) erhält Eigenbedarfskündigung — Widerspruch wegen Alter und Krankheit
Mieterin (78) wohnt seit 25 Jahren in der Wohnung. Vermieter kündigt für seinen Sohn. Sie ist auf Pflegehilfe angewiesen.
- → Widerspruch sofort einlegen — Frist: 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist
- → Härtegründe: Hohes Alter + langjährige Mietdauer + Pflegebedürftigkeit + fehlendes Ersatzangebot
- → Ärztliches Attest: Umzug ist aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar
- → Mieterverein oder Sozialrechtsberatung einschalten — gute Erfolgsaussichten vor Gericht
Eigenbedarf als Vorwand — Wohnung kurz danach neu vermietet
Mieter zieht nach Eigenbedarfskündigung aus. 3 Monate später wird die Wohnung zu deutlich höherer Miete angeboten.
- → Schadensersatz wegen vorgetäuschtem Eigenbedarf einfordern (§ 280 BGB)
- → Nachweis: Inserate, Fotos der Neuanzeige, Zeugenbefragung — sofort sichern
- → Schadensersatz umfasst: Umzugskosten, Mehrkosten der neuen Wohnung, ggf. Verdienstausfall
- → Klage vor dem Amtsgericht — Mieterverein unterstützt, Kosten oft überschaubar
Eigenbedarfskündigung in angespanntem Wohnungsmarkt — Widerspruch
Familie mit 2 Kindern erhält Eigenbedarfskündigung in München. Trotz monatelanger Suche keine gleichwertige Wohnung gefunden.
- → Wohnungssuche dokumentieren: Alle Absagen, Anfragen und Besichtigungen festhalten
- → Widerspruch: Kein Ersatzwohnraum zu zumutbaren Bedingungen verfügbar
- → Mietspiegel beifügen: Neue Wohnungen deutlich teurer — wirtschaftliche Härte
- → Gericht kann Räumungsaufschub gewähren — oft Einigung auf längere Frist mit Vermieter
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