Rechtssicher nach § 8 BBiG

Formloser Antrag: Ausbildungsverlängerung und -verkürzung

Die Ausbildungsdauer ist flexibel — wenn gute Gründe vorliegen. Wir erklären, wie Sie Ihre Ausbildung verlängern oder verkürzen können und liefern die passende Vorlage für den Antrag bei der zuständigen Kammer.

§ 8 BBiG · Berufsbildungsgesetz

Verlängerung und Verkürzung nach § 8 BBiG

Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht eine flexible Anpassung der Ausbildungsdauer — in beide Richtungen. Der Antrag wird bei der zuständigen Kammer (IHK, HWK oder Landwirtschaftskammer) gestellt.

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Verlängerung nach § 8 Abs. 2 BBiG bei Prüfungsscheitern oder krankheitsbedingten Fehlzeiten— Verlängerung

Antrag bei zuständiger Kammer vor Ablauf der regulären Ausbildungszeit — Betrieb muss nicht zustimmen

Verkürzung nach § 8 Abs. 1 BBiG bei hoher Vorbildung oder herausragenden Leistungen— Verkürzung

Typische Verkürzung 6–18 Monate — Zustimmung des Ausbildungsbetriebs erforderlich

Vorzeitige Prüfungszulassung nach § 45 Abs. 1 BBiG — Zwischenprüfung mindestens gut— Vorzeitige Prüfung

Prüfung früher ablegen — Vertrag läuft ggf. weiter bis regulärem Ende

Zuständig ist die Kammer, bei der der Ausbildungsvertrag eingetragen ist (IHK, HWK, Ärztekammer)— Zuständige Stelle

Verlängerungsanträge rechtzeitig vor Ausbildungsende stellen — Verkürzung idealerweise nach Zwischenprüfung

§ 8 BBiG · Übersicht

Verlängerung vs. Verkürzung im Überblick

Beide Maßnahmen erfordern einen Antrag bei der zuständigen Kammer — in der Regel mit Zustimmung des Ausbildungsbetriebs.

MaßnahmeRechtsgrundlageBetrieb-Zustimmung
Verlängerung (Krankheit)§ 8 Abs. 2 BBiGNicht zwingend
Verlängerung (Prüfungswiederholung)§ 8 Abs. 2 BBiGEmpfohlen
Verkürzung (Vorbildung)§ 8 Abs. 1 BBiGErforderlich
Verkürzung (Leistung)§ 8 Abs. 1 BBiGErforderlich
Vorzeitige Prüfung§ 45 Abs. 1 BBiGErforderlich
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Typische Situationen

Ausbildungsverlängerung und -verkürzung in der Praxis

Diese Fälle zeigen, wie der Antrag bei der Kammer erfolgreich gestellt wird.

Verlängerung

Azubi war 4 Monate krank — Ausbildung verlängern

Auszubildender im 3. Lehrjahr war wegen Operation 4 Monate krankgeschrieben. Betrieb konnte Inhalte nicht vollständig vermitteln.

  • Antrag auf Verlängerung nach § 8 Abs. 2 BBiG bei der zuständigen IHK
  • Krankheitsbescheinigungen und Betrieb-Erklärung über nicht vermittelte Inhalte beilegen
  • Die Verlängerung entspricht i.d.R. der Fehlzeit
  • Frühzeitig stellen — vor Ablauf der Ausbildungszeit
Prüfung

Azubi hat Abschlussprüfung nicht bestanden

Kaufmännische Auszubildende hat IHK-Prüfung nicht bestanden. Wiederholungsprüfung findet in 6 Monaten statt.

  • Antrag auf Verlängerung bis zur Wiederholungsprüfung nach § 8 Abs. 2 BBiG bei der IHK
  • Betrieb muss das Ausbildungsverhältnis auf Antrag des Azubis verlängern
  • Er kann die Verlängerung nicht verweigern (gesetzlicher Anspruch)
  • Antrag vor Ablauf der regulären Ausbildungszeit stellen — nicht abwarten
Verkürzung

Abiturient möchte Ausbildung um 1 Jahr verkürzen

Abiturient beginnt 3-jährige IHK-Ausbildung. Möchte auf 2 Jahre verkürzen wegen schulischer Vorbildung.

  • Antrag auf Verkürzung nach § 8 Abs. 1 BBiG gemeinsam mit Ausbildungsbetrieb bei der IHK
  • Abitur-Zeugnis beilegen — IHK prüft, ob Vorbildung eine Verkürzung rechtfertigt
  • Bei Abitur üblicherweise 6–12 Monate Verkürzung genehmigt — branchenabhängig
  • Ohne Betrieb-Zustimmung ist Verkürzung nicht durchsetzbar
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